Online Spielothek

In einer Online Spielothek trifft man Gott, Katzenbabies und Guns NÔÇÖ Roses. Zumindest als Themen auf den Automatenspielen. Und das Beste: man darf seine Gewinne sogar behalten. Ganz ohne das Risiko, dass der Staat sie einem wegnimmt und durch eine Haftstrafe austauscht. Denn bei Online Spielotheken handelt es sich um Anbieter, die sich an die Regelungen des neuen Gl├╝cksspielstaatsvertrages von 2021 halten.

Dieser ist zwar noch nicht in Kraft, allerdings gilt momentan eine Toleranzregelung. Hierbei gilt es, bereits jetzt die Regelungen des Gl├╝cksspielstaatsvertrags 2021 zu beachten. Und alles, was technisch m├Âglich ist und vom neuen Staatsvertrag gefordert wird, zu implementieren. Hierzu geh├Âren grob die folgenden Punkte:

  • Einzahlungslimit von 1.000,00ÔéČ pro Monat (derzeit noch pro Anbieter, sp├Ąter dann insgesamt).
  • Keine Tischspiele, keine Jackpot-Slots, kein Live-Casino.
  • Die Anbieter d├╝rfen sich nicht l├Ąnger „Online Casino“ nennen.
  • Ausschlie├člich Virtuelle Slotmaschinen mit weiteren Regelungen zum Spielerschutz:
    • Ein Euro maximales Einsatzlimit.
    • Mindestens f├╝nf Sekunden Dauer pro Spielrunde.
    • Keine Gamble-Features (also kein Ansammeln von Gewinnen, die dann verdoppelt oder verloren werden).
    • Transparenz was die Aussch├╝ttungsquote angeht.

Mit der neuen Gl├╝cksspielregelung 2021 werden noch weitere Voraussetzungen gelten, die wir Ihnen gerne weiter unten in aller Genauigkeit nochmals erl├Ąutern. Wenn Sie aber auf der sicheren Seite sein m├Âchten, w├Ąhlen Sie eine der Online Spielotheken aus, die wir hier auff├╝hren. Alle halten sich an die Vorgaben der Toleranzregelung und sind somit in Deutschland von jeglicher Strafverfolgung ausgeschlossen.

Hier sind die besten Online Spielotheken November 2022:

94%
BEWERTUNG

100% bis 200ÔéČ

87%
BEWERTUNG

100% bis 100ÔéČ

75%
BEWERTUNG

100% bis 100ÔéČ

47%
BEWERTUNG

100% bis 250ÔéČ

Online Spielotheken und der neue Gl├╝cksspielstaatsvertrag

Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Was hat es denn eigentlich mit den neuen Online Spielotheken auf sich? Und was soll das, dass jetzt viele Anbieter, die sich fr├╝her Online Casinos nannten, pl├Âtzlich zu Online Spielhallen oder Online Spielotheken wurden? Keine Sorge, Casinozauber schafft Abhilfe. Hier erkl├Ąren wir, was der neue Gl├╝cksspielstaatsvertrag 2021 f├╝r Sie bedeutet.

Grunds├Ątzlich gilt seit dem 15.10.2020 eine sogenannte „Toleranzregelung“. Der neue Gl├╝cksspielstaatsvertrag ist n├Ąmlich noch ├╝berhaupt nicht ratifiziert. Die L├Ąnder haben sich trotzdem darauf geeinigt, seit dem 15.10.2020 mit der Strafverfolgung von Online Casinos zu beginnen. All diejenigen Anbieter, die jedoch durch ihr Handeln zeigen, dass Sie sich k├╝nftig an den neuen Gl├╝cksspielstaatsvertrag halten wollen, bleiben von dieser Strafverfolgung verschont.

Beachten Sie, dass im Rahmen von ┬ž285 StGB auch f├╝r Spielerinnen und Spieler Strafen drohen, wenn diese an illegalem Gl├╝cksspiel teilnehmen. Meine pers├Ânliche Empfehlung ist daher, im Moment nur noch bei den oben aufgef├╝hrten Anbietern zu spielen. Diese haben n├Ąmlich alle eines gemeinsam: Sie halten sich an die Regelungen in Deutschland.

Werfen wir im Folgenden einmal einen Blick auf das gesamte Ph├Ąnomen der Online Casinos und schauen uns an, wie wir in Deutschland von einem unregulierten Markt zu einem regulierten Markt gelangten. Und warum es bisher kein Problem war, in Online Casinos zu spielen. Jetzt aber werden k├Ânnte.

Der Werdegang von „Online Casinos“

Die ersten Online Casinos entstanden bereits in den 1990ern. Genau genommen im Jahre 1996. Wir erinnern uns zur├╝ck, 1996 war eine g├Ąnzlich andere Zeit, als unser heutiges 2020.

Jan Philipp Reemtsma wurde entf├╝hrt, die Deutsche Telekom ging an die B├Ârse, Bill Clinton startete in seine zweite Amtszeit. Und es w├╝rde noch zwei Jahre dauern bis ein gro├čer Handyhersteller sein Nokia 5110 auf den Markt br├Ąchte und damit Handys erstmals breitfl├Ąchig in den Markt brachte.

Damals gab es noch Telefonzellen, Smartphones waren ferne Zukunftsmusik und nicht jeder Haushalt hatte einen Computer. Nur wenige eine grafische Benutzeroberfl├Ąche – die meisten liefen auf einem schwarzen DOS Eingabefeld.

Und von Internet braucht man erst gar nicht zu reden. Das war damals noch sehr teuer und wurde wie Telefongespr├Ąche per Minute bezahlt. Einen Unterschied zwischen Online Casinos und Online Spielhallen (respektive dem Begriff „Online Spielothek“) gab es damals auf jeden Fall noch nicht.

Wichtig: wenn Sie aus der Schweiz sind, k├Ânnen Sie problemlos und ganz legal in Online Casinos spielen. Hier finden Sie die besten Online Casinos in der Schweiz.

Das erste Online Casino startete 1996

Doch schon damals gab es ein Online Casino. Der Anbieter nannte sich „InterCasino“ und ist noch heute am Markt t├Ątig. Gestartet wurde es mit Sitz in Antigua und die gleichen Ma├čst├Ąbe, die wir heute an Online Casinos haben galten nat├╝rlich noch lange nicht.

Firmen wie Microgaming und Playtech haben ├╝brigens ebenfalls ihren Ursprung in dieser Zeit. Viele starteten urspr├╝nglich selbst als eigenst├Ąndiges Online Casino und spezialisierten sich erst sp├Ąter auf die ausschlie├čliche Entwicklung von Spielen.

Das Internet selbst wuchs seit 1996 nat├╝rlich auch rapide. Viele Haushalte bekamen einen Anschluss zwischen 1998 und 2000. Und mit diesem Wachstum erlebten nat├╝rlich auch die Online Casinos im Internet einen Aufschwung, wie man in selten zuvor gesehen hatte.

Im Jahre 2001 betrug der Maximalgewinn in Online Casinos noch etwas mehr als 400.000 USD. In 2002 bereits 1.5 Millionen USD. Und diese Zahlen stiegen immer weiter an. In 2019 betrug der h├Âchste Einzelgewinn, der je in einem Online Casino ausgezahlt worden ist 90 Millionen Euro – das ├Ąquivalent von 105 Millionen USD. Ausgezahlt wurde dieser von Lottoland an eine 36-j├Ąhrige Putzfrau in der EU. Ôćĺ Lottoland erh├Ąlt Guinness World Records Titel: 90 Millionen Euro-Auszahlung sichert Lottoland (Presseportal, Lottoland, 27.09.2018).

Doch Gl├╝cksspiel und Casinos waren in vielen L├Ąndern seit jeher entweder verboten oder rigoros durch die Staaten reguliert. Zum einen wollte man damit problematisches Gl├╝cksspiel und Spielsucht verhindern. Und zum anderen wollten viele Staaten durch die Einrichtung eines Gl├╝cksspielmonopols in Staatsh├Ąnden daf├╝r sorgen, dass die lukrativen Spieleinnahmen in der Staatskasse enden. Online Casinos hatten also gerade in den beginnenden Jahren stark mit einem Glaubw├╝rdigkeitsproblem zu k├Ąmpfen. Fragen die sich stellten, waren: wie zuverl├Ąssig sind die zuf├Ąlligen Spielergebnisse? Werde ich mein Geld erhalten? Was droht mir, wenn mein Heimatstaat bemerkt, dass ich auf einmal ein Million├Ąr durch illegales Gl├╝cksspiel geworden bin?

Lizenzierungen in der EU

Die EU ist ein Staatenbund, in dem es kleinere Staaten nicht immer leicht haben. In einem gemeinsamen Markt konkurrieren alle L├Ąnder gegeneinander – aber unter den gleichen Bedingungen. Dass L├Ąnder wie Gibraltar, das am s├╝dlichen Zipfel von Spanien ein Staatsgebiet von nur 6,5 km┬▓ umfasst dabei Probleme bekommen, ist klar. Auch Malta ist mit seiner Insellage im Mittelmeer und einem Staatsgebiet von 316 km┬▓ – au├čer f├╝r Tourismus – nicht wirklich imstande effektive Wirtschaftsma├čnahmen gegen riesige Volkswirtschaften und Industrienationen wie Deutschland oder Frankreich anzubieten. Und so waren diese kleinen Staaten von Beginn an dazu gen├Âtigt, sich Nischen zu suchen, die ihren Wirtschaftsstandort attraktiv machen und f├╝r Staatseinnahmen und Arbeitspl├Ątze sorgen.

Neben attraktiven Steuern, die schnell gro├če Firmen anlocken – bei denen aber meist nur eine einzige Person in einem B├╝ro sitzt, suchten sich diese Staaten aber auch ein weiteres Standbein: Online Gl├╝cksspiel. Es verwundert daher auch nicht, dass die ersten Gl├╝cksspiellizenzen f├╝r Online Casinos aus genau diesen L├Ąndern kamen.

Im Rahmen des gemeinsamen Marktes siedelten sich dort also immer mehr Online Casinos an und schafften ein prosperierendes Wirtschaftsfeld und viele Arbeitspl├Ątze. Doch noch immer war Gl├╝cksspiel im Internet in L├Ąndern wie Deutschland oder Frankreich komplett verboten. Und dies sollte noch einen enormen Einfluss auf die Politik in fast allen EU-L├Ąndern haben.

Der Umgang der anderen Staaten mit den Lizenzen aus Malta

Die Gl├╝cksspiellizenz konnte aus vielen Gr├╝nden nicht ├╝berzeugen. Denn der Spielerschutz ist auf einem absoluten Minimum und Whistleblower sprachen ├Âffentlich ├╝ber Unregelm├Ą├čigkeiten hinsichtlich der Seriosit├Ąt der Malta Gaming Authority (MGA), die 2001 eigens f├╝r die Lizenzierung von Online Gl├╝cksspielen ins Leben gerufen worden war. So gab es weder eine zentrale Sperrdatei, noch verpflichtende Limits. Geschweige denn eine Verifikation vor Einzahlung, um sicherzustellen, dass der Spieler oder die Spielerin auch tats├Ąchlich vollj├Ąhrig waren.

Viele Spieler erlebten diese Punkte als problematisch. Schlie├člich bot die Verifizierung der pers├Ânlichen Daten erst vor Auszahlung m├Âglicher Gewinne, die ideale M├Âglichkeit f├╝r die Casinos, am Ende doch noch eine Auszahlung zu verhindern. Da wurden dann eigentlich zul├Ąssige Dokumente einfach abgelehnt, weil ein Buchstabe vom Dokument abwich. Oder die Dokumente gleich gar nicht erst akzeptiert. Ein Eldorado f├╝r betr├╝gerische Anbieter.

Aber Versuche, seitens L├Ąndern wie Deutschland, dem Treiben ein Ende zu bereiten, scheiterten. Und zwar vor Gericht. So erkl├Ąrte der Europ├Ąische Gerichtshof erst im Jahr 2010 das in Deutschland geltende Gl├╝cksspielmonopol f├╝r nichtig. Argumentiert wurde, dass dieses Staatsmonopol einen Eingriff in die Dienstleistungsfreiheit innerhalb der EU darstelle.

Und dass das Staatsmonopol nur dann gerechtfertigt werden k├Ânne, wenn die daraus entstehenden Einnahmen ausschlie├člich dazu verwendet werden w├╝rden, die Gefahren des Gl├╝cksspiels konsequent zu bek├Ąmpfen. Was in Deutschland aber nicht der Fall war, da der staatliche Anbieter sehr starke Pr├Ąsenz in Werbung zeigte und die B├╝rger*innen sogar dazu ermutigte, Wetten zu platzieren. Ôćĺ Gl├╝cksspiel Monopol gekippt „Das Urteil ist ein Meilenstein“ (FAZ, 08.09.2010).

Deutschland war also beauftragt, seinen Markt zu liberalisieren und f├╝r eine Gesetzeslage zu sorgen, die nicht mehr scheinheilig die Einnahmen frei im Haushalt verwendet, w├Ąhrend man angibt, dies zu tun, um die Spieler zu sch├╝tzen ohne tats├Ąchlich t├Ątig zu werden.

F├╝r den Online-Casino Markt in Europa bedeutete dies zun├Ąchst ein Aufatmen. Deutschland stellte bis auf Weiteres die Strafverfolgung von EU-Anbietern mit g├╝ltiger Lizenz ein. Soll hei├čen: Besa├č ein Online Casino eine im EU-Staat Malta staatlich abgesegnete Lizenz, so sorgte die EU-Dienstleistungsfreiheit daf├╝r, dass diese auch in der ganzen EU genutzt werden konnte. Eine Goldmine f├╝r die Anbieter.

UK machte den Anfang

Im Vereinigten K├Ânigreich bestand bereits seit 2005 eine Aufsichtsbeh├Ârde. Damals k├╝mmerte sich diese ausschlie├člich um die Lotterien. Doch mit dem gro├čen Wachstum im Online Gl├╝cksspiel Markt, erhielt die United Kingdom Gambling Commission immer mehr Befugnisse – auch im Bereich der Online Casinos und Sportwetten Anbieter. Ein Unterschied zwischen Online Casinos und Online Spielhallen / Online Spielthek wurde in UK nicht eingef├╝hrt. Alle Anbieter durften sich weiterhin Online Casinos nennen.

Diejenigen Online Casinos, die ihre T├Ątigkeit im United Kingdom anbieten wollten, mussten sich sp├Ątestens in den Jahren 2018 und 2019 dort lizenzieren lassen. Die Einschr├Ąnkungen waren rigoros. Online Casinos durften nicht l├Ąnger mit Elementen werben, die Kinder und anf├Ąllige Personen ansprechen. All die Comic-Helden und bunten Comic-Grafiken mussten also verschwinden.

Auch die sehr strengen Regeln zum Spielerschutz boten f├╝r manche Anbieter eine Herausforderung. Spieler hatten unter einer UKGC Lizenz n├Ąmlich die Option auf umfangreichen Schutz. Ganz besonders war, dass Online Casinos auch f├╝r die T├Ątigkeiten von Websites hafteten, bei denen Werbung f├╝r sie erschien.

Und die UKGC war nicht sch├╝chtern, wenn es darum ging, Strafen auszusprechen. Der bekannte britische Buchmacher William Hill erhielt zum beispiel eine Strafe in H├Âhe von 6,2 Millionen britischen Pfund wegen Problemen in der Vermeidung von Geldw├Ąscheaktivit├Ąten. Die Online Spielbank Leo Vegas eine ├╝ber 600.000 britischen Pfund. Der Anbieter hatte laut UKGC irref├╝hrende Werbung betrieben und den Spielerschutz vernachl├Ąssigt. Und Ladbrokes Coral, eine Strafe ├╝ber 5,9 Millionen britischen Pfund wegen Problemen bei der Geldw├Ąschevermeidung und ebenfalls dem Spielerschutz. Ôćĺ United Kingdom Gambling Commission (UK, Abgerufen 28.10.2020)

Anbieter wussten also: wenn wir hier nicht nach den Regeln spielen, winken saftige Strafen. Viele – vor allem kleinere – Anbieter zogen sich infolgedessen aus dem UK Markt zur├╝ck.

Doch immerhin war UK reguliert, und zwar von einer Aufsichtsbeh├Ârde, die durchgriff. Es dauerte nicht lange, bis alle Anbieter die strikten Regularien auf dem englischen Markt respektierten. In Deutschland sah dies noch ganz anders aus.

Das gro├če Problem in Deutschland und das Scheitern einer Einigung

Das gro├če Problem ist in Deutschland n├Ąmlich: die Bundesl├Ąnder regulieren das Gl├╝cksspiel einzeln. Wollen alle Bundesl├Ąnder eine bundesweit einheitliche Vorgehensweise durchsetzen, bedarf es hierzu also eines Staatsvertrags. Darin notieren alle Bundesl├Ąnder gleicherma├čen, wie die Regelungen aussehen und – da alle die gleichen implementieren – gelten diese dann ├╝berall.

Sechzehn Bundesl├Ąnder, von denen die gr├Â├čeren dem Online Gl├╝cksspiel negativ gegen├╝berstehen und die kleineren – aus ├Ąhnlichen Gr├╝nden, wie innerhalb der EU – eher positiv. Schlie├člich k├Ânnte auch ein Bundesland innerhalb der Bundesrepublik seinen Wirtschaftsstandort deutlich aufwerten, wenn durch eine Online Spielothek oder mehrere Online Spielhallen und Casinos Arbeitspl├Ątze entst├╝nden.

Nach dem EUGH Urteil aus 2010 unterzeichneten fast alle Bundesl├Ąnder einen neuen Vertrag. Dieser wurde als Gl├╝cksspiel├Ąnderungsstaatsvertrag bezeichnet. Eine Wortsch├Âpfung, wie es nur wir Deutschen hinkriegen.

Die einzige Ausnahme war das kleine Bundesland Schleswig-Holstein am n├Ârdlichen Zipfel der Republik. Denn Hessen nahm hieran schon nicht mehr teil. In fast ganz Deutschland bleiben sehr strikte Verbote und Einschr├Ąnkungen also an der Tagesordnung.

Im Juli 2014 kam jedoch bereits Bewegung in die Angelegenheit. Die EU-Kommission ver├Âffentlichte n├Ąmlich ihre Empfehlung, wie Nutzer von Online Gl├╝cksspielen k├╝nftig sicher daran teilnehmen k├Ânnten. Ôćĺ Empfehlung der EU-Kommission (Amtsblatt der Europ├Ąischen Union, 2014/478/EU, 19.07.2014).

Hessen schlug infolgedessen die Schaffung einer bundesweiten Aufsichtsbeh├Ârde vor. Fast zeitgleich teilten mehrere Gerichte in Hessen mit, dass die bisherige Praxis der Vergabe von Sportwetten-Lizenzen intransparent und eine Verletzung der EU-Dienstleistungsfreiheit und sogar der Verfassung darstellten. Auch der Europ├Ąische Gerichtshof stellte in einem Vorabentscheid fest, dass der neu geltende Gl├╝cksspiel├Ąnderungsstaatsvertrag nicht mit EU-Recht vereinbar sei.

Die Gl├╝cksspiellizenz in Schleswig-Holstein

Also folgte ein zweiter Gl├╝cksspiel├Ąnderungsvertrag. An dem Schleswig-Holstein wiederum nicht teilnahm. Und so ging das Bundesland 2018 einen Sonderweg ├╝ber das Gesetz zur Neuordnung des Gl├╝cksspiels. Der Markt wurde – mit Ausnahme von Lotto – fast vollst├Ąndig liberalisiert. Und die Argumentation war nicht von der Hand zu weisen. Das CDU gef├╝hrte Land stellte n├Ąmlich fest, dass Online Gl├╝cksspiel sowieso nicht verboten werden kann. Bisher sind alle Spieler*innen ja auch auf ausl├Ąndische Anbieter ausgewichen. Man rechnete in Schleswig-Holstein mit Mehreinnahmen in H├Âhe von 40-60 Millionen Euro und ging von einer Schaffung von heimischen Arbeitspl├Ątzen aus.

Die Folge war bundesweite Werbespots, die sich nat├╝rlich „nur an Spieler*innen aus Schleswig-Holstein“ richteten. Begab man sich aus einem anderen Bundesland auf das Angebot des Online Casinos, so leitete dieses dann eben an die Seite unter der maltesischen Lizenz weiter. EU-Dienstleistungsfreiheit und EUGH Urteil sei Dank.

Der neue Gl├╝cksspielstaatsvertrag 2021

Und so schuf man 2020 dann endlich die Voraussetzungen f├╝r einen neuen Gl├╝cksspielstaatsvertrag. Diesem stimmten wieder fast alle Bundesl├Ąnder zu. Und dieser ist derzeit im Begriff, ratifiziert zu werden.

Die Rahmenpunkte finden Sie ganz oben und nochmals etwas ausf├╝hrlicher weiter unten aufgef├╝hrt. Wichtig ist hier jedoch, dass der Unterschied zwischen Online Casinos und Online Spielhallen noch nicht in Stein gemei├čelt ist. Experten gehen, wie bereits erw├Ąhnt, davon aus, dass die 16 Lizenzen der Bundesl├Ąnder, an staatliche Land-basierte Casinos gehen werden.

W├Ąre dies der Fall, st├╝nde nat├╝rlich wiederum die Frage im Raum, wie offen dieser Gl├╝cksspielstaatsvertrag denn nun wirklich ist. Schlie├člich macht der Unterschied zwischen Casinos und Spielhallen in der „echten Welt“ durchaus Sinn. Spielbanken sind h├Ąufig weit von den Spielern und Spielerinnen entfernt. Und Leute, die in der N├Ąhe einer Spielbank wohnen, d├╝rfen dort h├Ąufig ├╝berhaupt nicht spielen. Es erfordert also viel Aufwand, in ein echtes Casino zu gehen. Demgegen├╝ber sind Spielhallen und Spielotheken quasi an jeder Ecke.

Und so lassen sich die Einschr├Ąnkungen, die in normalen Spielhallen gelten auch gut begr├╝nden. Bei einer Online Spielothek und einem Online Casino sieht die Sache jedoch etwas anders aus. Schlie├člich sind Online Casinos oder Online Spielhallen im Internet genau gleich weit – n├Ąmlich einen Klick – voneinander entfernt. Warum sollte also sp├Ąter noch jemand in einer Online Spielothek spielen, wenn es auch vollwertige Casinos im Internet gibt?

So liegt der Gedanke nicht ganz fern, dass mit diesem Gl├╝cksspielstaatsvertrag eventuell nur ein weiterer Versuch des Staates unternommen wurde, das Gl├╝cksspielmonopol auf Basis einer gesetzlichen Regelung durch die Hintert├╝r wieder einzuf├╝hren. Auch wenn diese an der Oberfl├Ąche den Anschein pflegt, offen zu sein.

Aber all das ist Zukunftsmusik. Sie werden sich sicherlich fragen: was gilt denn jetzt in diesem Moment und f├╝r mich pers├Ânlich?

Die Toleranzregelung – Gl├╝cksspiele im Moment legal. Es sei denn…

Wie erw├Ąhnt, ist der Staatsvertrag noch nicht ratizifiert. Und selbst wenn er es sein wird, beginnt die Wirkung erst ab Juli 2021. Trotzdem haben sich die Bundesl├Ąnder am 01.10.2020 darauf geeinigt, eine Toleranzphase einzuf├╝hren. Diese begann am 15.10.2020 mit ihrer Wirkung und schreibt Folgendes vor:

  • Anbieter, die sich bereits jetzt an die Regelungen des neuen Gl├╝cksspielstaatsvertrags 2021 halten, werden im Moment nicht verfolgt. Des Weiteren werden sie keine Probleme haben, sich f├╝r eine offizielle Lizenz zu bewerben, wenn diese verf├╝gbar werden.
  • Anbieter, die sich noch immer an deutsche Spielerinnen und Spieler richten und sich nicht an diese Regelungen halten, werden ab dem 15.10.2020 verfolgt.

Ob diese Strafverfolgung auch f├╝r Spielerinnen und Spieler gilt, ist fraglich. Allerdings ist es nicht auszuschlie├čen, dass man gerade zu Beginn ├Âffentlichkeitswirksame Exempel statuieren m├Âchte. Ich gehe derzeit zwar davon aus, dass sich diese zun├Ąchst an Anbieter und Zahlungsanbieter richten werden. Es k├Ânnte aber auch Spieler treffen. Sollte dies der Fall sein, gilt ┬ž285 StGB:

  • Eine Spielerin oder ein Spieler, der in einem Online Casino spielt, k├Ânnte mit Freiheitsstrafe bis zu einem halben Jahr oder Geldstrafe bis zur gleichen Anzahl an Tagess├Ątzen bestraft werden.
  • Dar├╝ber hinaus w├╝rden nat├╝rlich Gewinne vom Staat eingezogen werden. Was ganz besonders bitter ist, wenn Sie doch das Gl├╝ck haben sollten, einen Jackpot-Gewinn bei einem Anbieter zu erzielen, der sich nicht an die Regelungen h├Ąlt.

Sie sind also auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn Sie im Moment auf die oben aufgef├╝hrten Online Spielhallen und Spielotheken zur├╝ckgreifen und von den Schwarzmarkt-Anbietern die Finger lassen.

Kritikpunkte am neuen Gl├╝cksspielstaatsvertrag 2021 und Online Spielotheken

Viele Repr├Ąsentanten der Industrie haben Kritik am neuen Gl├╝cksspielstaatsvertrag ge├Ąu├čert. So wird bem├Ąngelt, dass das Ziel des Staatsvertrags ja die Lenkung des Spielbed├╝rfnisses von B├╝rgerinnen und B├╝rgern in geordnete Kan├Ąle ist. Wie aber soll das erreicht werden, wenn legale Anbieter gegen├╝ber den Schwarzmarkt-Anbietern derma├čen benachteiligt werden?

Auch die Machbarkeit der technischen Infrastruktur, wie einer Aktivit├Ątsdatenbank, einer zentralen Sperrdatenbank und einer Datenbank mit den Limits der jeweiligen Spielerinnen und Spieler, wird kritisch hinterfragt. Eine Aktivit├Ątsdatenbank m├╝sste bundesweit von allen Anbietern praktisch st├Ąndige Eintr├Ąge und Auslesungen stemmen k├Ânnen. Gerade zu Hochzeiten des Gl├╝cksspiels – also wenn auch noch Sportwetten durchgef├╝hrt werden, k├Ąme eine solche Datenbank schnell an ihre Grenzen.

Vor allem steht auch die Frage im Raum, ob die Bundesrepublik Deutschland ├╝berhaupt die technische Struktur f├╝r eine derartige Datenbank aufrechterhalten k├Ânnte? Man darf nicht vergessen, dass auch Server, die ein derartiges Volumen an Anfragen handeln m├╝ssen, recht teuer und aufwendig in der Pflege sind.

Au├čerdem wird bem├Ąngelt, dass f├╝r all jene Anbieter, die sich jetzt dazu entschlossen haben, der rechtlichen Regelung zu folgen, Werbung untersagt ist.

Die intransparente und unklare Vergabe der Lizenzen f├╝r die echten „Online Casinos“ – also jene Anbieter, die dann auch Live-Streams und Tischspiele anbieten d├╝rfen, wird ebenfalls bem├Ąngelt. Gerade dieser Unterschied zwischen Online Casinos und Online Spielhallen k├Ânnte mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Gegenstand von Klagen werden. Und man darf nicht vergessen, dass in den letzten 15 Jahren in Deutschland alle Versuche der Bundesl├Ąnder, eine neue Gl├╝cksspielregelung zu schaffen, vor Gericht gescheitert sind.

Dass auch der neue Gl├╝cksspielstaatsvertrag schon bald vor Gericht besprochen wird, ist so gut wie sicher. Es kommt dann ganz und gar darauf an, wie diese ihn betrachten. Ob er tats├Ąchlich mit EU-Recht vereinbar ist, ist fraglich.